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Johann Georg Carl Jacob Florschütz (1859 - 1940)

 
 

 

 

   
     

 

Bronzekopf Georg Florschütz

im Deutschen Versicherungsmuseum E.W. Arnoldi in Gotha

 

  

Der Gothaer Arzt und Frühgeschichtsforscher Prof. Dr. Georg Florschütz wurde als Sohn von Arthur Florschütz, Herzoglicher Forstassistent aus Coburg und Louise Emilie Friederike geb. Fischer, Bürgerin aus Neustadt an der Heide am 1. Februar 1859 in Königsberg/Franken – einer Stadt zwischen Coburg und Schweinfurt - geboren. Georg Florschütz war nach seinem Medizinstudium zunächst in Berlin als Krankenhauschirurg tätig. Von 1888-1893 war er Physikus des Bezirks Tonna.

 

Florschütz ging als Nachfolger des von 1881 bis 1896 als "Revisionsarzt" tätigen Dr. med. Bernhard Schuchardt (1) im Jahr 1893 als erster fest angestellter, hauptamtlicher "Erster  Bankarzt" in Deutschland zur Gothaer Lebensversicherungsbank, wo er bis 1931 – fast vier Jahrzehnte  lang – tätig war.

 

Als der junge Kreisphysikus auf Grund von statistischen Arbeiten an die Gothaer Lebensversicherungsbank berufen wurde, war die Lebensversicherungsmedizin auf der Suche nach einem brauchbaren Verfahren, nicht nur vollwertige, sondern auch nicht ganz einwandfreie Wagnisse zu versichern. Florschütz erkannte, dass nur statistische Feststellungen in gemeinsamer Arbeit von Medizinern und Mathematikern weiterführen konnten.

 

Zusammen mit dem ersten Mathematiker der Gothaer Lebensversicherungsbank, Prof. Dr. Johannes Karup, machte er sich an die Arbeit. Florschütz gilt als Begründer der deutschen Lebensversicherungsmedizin. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten wurde er 1903 zum Professor ernannt.

 

Was ihn darüber hinaus für uns heute noch interessant macht, war seine Freizeitbeschäftigung. Seine besondere Neigung galt der vorgeschichtlichen Forschung. Selbst im Urlaub ging er viele Jahre mit großem Eifer und Fleiß der ur- und frühgeschichtlichen Erforschung des Gothaer Landes, vor allem der Umgebung unserer Kreisstadt, nach. Dabei führten seine Ausgrabungen auf dem Seeberg sowie bei Seebergen und Wechmar zu Entdeckungen von überregionaler Bedeutung. Die Heilige Lehne ist ein Gräberfeld am Großen Seeberg bei Gotha aus der Eisenzeit. Die Ausgrabungen erfolgten ab 1927 durch Professor Georg Florschütz. Hier wurden 4000 bis 5000 Jahre alte menschliche Siedlungsüberreste gefunden. Als Ergebnis seiner Forschungen erschien aus seiner Feder die erste "Vorgeschichte des Gothaer Landes", die er mit Beispielen aus den Sammlungen des damaligen Gothaer Heimatmuseums belegte. Mit diesen Sammlungen, die meist auf seine Ausgrabungen zurückgehen, hat er den Grundstock für die ur- und frühgeschichtliche Abteilung des heutigen Museums für Regionalgeschichte gelegt, das dank seiner Initiative am 15.4.1928 eröffnet wurde. Auch zu den Gründungsvätern des Vereins für Gothaische Geschichte und Altertumsforschung zählt Georg Florschütz.

 

An den erfolgreichen Arzt, Versicherungswissenschaftler und Geschichtsforscher erinnert eine Straße, die hinter dem Gothaer Viadukt zum Kleinen Seeberg hinaufführt.

 

Florschütz verstarb am 18. April 1840 in Gotha. Sein Begräbnis befindet sich auf dem Friedhof Gotha, Ehrenbürgerhain, I. Teil, Fam.Pl. 417, allerdings fehlt heute der Grabstein und soll in naher Zukunft durch einen Gedenkstein ersetzt werden.

 

 

1) Schneider, Gottlob: Gothaer Gedenkbuch, 2. Band. Bruno Volger Verlagsbuchhandlung,

         Leipzig-Golis 1909, S. 128

 

 

Weiterführende Literatur:

 

Florschütz, Georg: Die Entwicklung der Lebensversicherungsmedizin an der Gothaer

           Lebensversicherungsbank. In: Hundert Jahre Gothaer Lebensversicherungsbank auf

           Gegenseitigkeit 1827-1927. Eine Festschrift,  hrsg. von Karl Samwer. Engelhard-Rehyer,

           Gotha 1927, Seite 95-105 

 

ders.: Die natürlichen Grundlagen der Siedelung Gotha. Engelhard-Rehyer, Gotha 1927

 

ders.: Unsere Heimat in der Steinzeit. In: Rund um den Friedenstein, 21/1927

 

ders.: Der große frühgeschichtliche Fund bei Gotha – Das Grabfeld bei Wechmar.

            In: Rund um den  Friedenstein, 11 und 17/1938

 

ders.: Der große frühgeschichtliche Fund – Das Grabfeld von Wechmar und den Funden.

           In: Rund um den Friedenstein, 01/1939

 

o. V.: Georg Florschütz 80 Jahre. In: Der Spatenforscher, 04/1939

 

o. V.  Abschied von Prof. Dr. Georg Florschütz. In: Rund um den Friedenstein, 06/1940

 

Pagel, Julius Leopold (Hrsg.): Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des

          neunzehnten Jahrhunderts. Berlin/Wien, 1901

 

 

Simon, Gerd: Denkschrift über Vorgeschichte (1939). Tübingen 2006


 


 

© Dieter Schnabel, Gotha 2010


 

 

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