Startseite
Anfahrtskizze
Termine
Versicherungsmuseum
Öffnungszeiten
Eintrittspreise
E. W. Arnoldi
Museumsbilder
100 Jahreszahlen
Lebensläufe
Arnoldi,Ernst August
Arnoldi, Ernst Wilh.
Becker, Rudolph Z.
Bohnstedt, Ludwig
Eberhard, Gustav
Eelbo, Bruno
Emminghaus, Arwed
Florschütz, Georg
Frels, Gerhard
Hopf, Gustav
Jannott, Kurt
Kafka, Franz
Karup, Johannes
Lehnert, Adolf
Masius, Ernst Albert
Mathies, Carl
Nagel, Julius
Samwer, Karl
Rost, Valentin
Stieler, Adolf
Stockmann, Herbert
von Braun, Wilhelm
Waitz, Johann H.W.
Extras
Förderverein
Bibliothek
Presse
Linktipps
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Sitemap

  

Herbert Stockmann (1908 - 1981)

 

 

   

 

 

 

 

Dr. med. Herbert Stockmann, Gesellschaftsarzt der Gothaer Lebensversicherungsbank a.G. und direkter Nachfolger von Georg Florschütz, wurde am 10.6.1908 in Döbeln geboren. Er studierte in Frei­burg, München, Innsbruck sowie Düsseldorf und absolvierte 1932 in Freiburg das ärztliche Staatsexamen. Mit einer Arbeit über Schlafdrucklähmungen promovierte er 1935 ebenfalls in Freiburg bei Prof. Dr. Wartenberg.

 

Seine Assistenzjahre verbrachte er an Kliniken in Danzig und Mannheim, bis er 1936 in die Gothaer Lebensversicherungsbank a.G. in Gotha eintrat, wo in Prof. Dr. Georg Florschütz in die von ihm begründete Lebensversicherungsmedizin einführte.

 

1939 wurde Stockmann Soldat und geriet 1945 als Stabsarzt mit der Kurlandarmee in Gefan­genschaft. Erst 1949 kehrte er aus Russland zurück und übernahm die Leitung des Ärztlichen Dienstes bei der Gothaer Lebensversicherung, die nach 1945 Gotha verlassen musste und zu diesem Zeitpunkt bereits am Standort Göttingen angesiedelt war. 1964 wurde Stockmann in Anerken­nung seiner Leistungen als erster deutscher Versicherungsmediziner zum Ärztlichen Direktor ernannt.

 

Viele Jahre arbeitete er im Ausschuss für Ärztefragen und Versicherungsmedizin, im Aus­schuss für Unfall und Invalidität des Verbandes der Lebensversicherungs-Unternehmen e.V. und im Internationalen Komitee für Lebensversicherungsmedizin aktiv mit. Bis 1973 war er Stellvertretender Vorsitzender der Abteilung Versicherungsmedizin im Deutschen Verein für Versicherungswissenschaft e.V.

 

Mit der Herausgabe der Broschüre „Lebensversicherungsmedizin“ im Versicherungswissen-schaftlichen Studienwerk, seiner Beteiligung an der Zeitschrift „Lebensversicherungsmedizin“ und am „Leitfaden der Lebensversicherungsmedizin“ schaffte er sich einen Namen, der in der Wissenschaft zu einem Begriff wurde. Seine Vorträge im In- und Ausland über Ergebnisse sei­ner Forschungstätigkeit fanden großes Interesse. Selbst nach der Pensionierung 1974 stand er seiner Gesellschaft und den Kollegen noch mit Rat und Tat zur Verfügung, bevor er sich 1979 end­gültig von seiner Arbeit zurückzog.

 

Mühsam und konsequent hatte Stockmann in den 1950er Jahren seine Arbeit wie sein Vorgänger Florschütz wissenschaftlich untermauert. All dies, was er bis zu seinem Ruhestand 1974 an Literatur zusammengetragen und an eigenen Publikationen geschaffen hat, ist als geschlossenes Ganzes auch nach dem Tode Stockmanns (am 8.4.1981 in Göttingen) erhalten geblieben.

 

Als am Standort Göttingen der Gothaer Lebensversicherung eine Konzentration der Büroräume auf weniger Gebäude als bisher anstand, mussten alle Abteilungen ihre vorhandenen Archivmaterialien darauf hin prüfen, ob sie noch weiter benötigt würden. Eigentlich wäre auch das Archiv von Herbert Stockmann dem Reißwolf zum Opfer gefallen. Doch dem jetzigen Gesellschaftsarzt Dr. Martin Pollack, dritter unmittelbarer Nachfolger von Florschütz in dieser Funktion, war bewusst, welcher immaterielle Schaden dadurch angerichtet worden wäre. Er fand das Deutsche Versicherungsmuseum Ernst Wilhelm Arnoldi als potentiellen Interessenten, und so konnte das komplette Archiv, in 22 Umzugskartons verpackt, in der vorletzten Januarwoche 2016 sicher in das Archiv des Versicherungsmuseums nach Gotha gebracht werden.

 

Eine umfangreiche Handbibliothek zeigt die Bandbreite der medizinischen Themen, mit denen sich Stockmann zu beschäftigen hatte. Dazu kommen viele Jahrgänge der Fachzeitschrift „Versicherungsmedizin“, der Firmenzeitschrift „Gothaer Fackel“ und als Rarität „Blätter für Vertrauensleute der Lebensversicherung“ aus den Jahren 1913 bis 1944. Schließlich gibt es zahlreiche Ordner mit Manuskripten und Vorträgen von Stockmann, die seine große Bedeutung für die deutsche Versicherungsmedizin belegen.

 

Mit diesem „Archiv Dr. Stockmann“ im Versicherungsmuseum in Gotha wird es zu gegebener Zeit möglich sein, die Arbeitsweise des Gesellschaftsarztes eines privaten Versicherungsunternehmens wissenschaftlich zu erforschen.


 

Literatur:


 

Raestrup, Othard/Moericke, Otto: Nachruf auf Herbert Stockmann. In: Lebensversicherungs-

medizin Heft 6/1981, Seite 143


 


  

© Horst Gröner, 2016

to Top of Page