100 Daten zur Versicherungsgeschichte

1750 v. Chr.

  • Gesetz­buch des baby­lo­ni­schen Königs Ham­mu­ra­bi mit einer Bestim­mung über die Tra­gung von Ver­lus­ten durch den Geschäfts­herrn bei Raub­über­fäl­len auf Kara­wa­nen.

400

  • Ers­te Erwäh­nung des See­dar­le­hens in den Reden der Grie­chen Lys­i­as und Demo­sthe­nes. Das für einen See­trans­port gewähr­te Kapi­tal war nur dann mit den ver­ein­bar­ten Zin­sen zurück­zu­zah­len, wenn Schiff und Ware unver­sehrt den Bestim­mungs­ha­fen erreich­ten. Als “foe­nus nau­ti­cum” fand die­ses Rechts­in­sti­tut Auf­nah­me in das römi­sche Recht.

200

  • “Lex Rho­dia de iac­tu” als nach der Insel Rho­dos benann­te gesetz­li­che Rege­lung der Gefah­ren­ge­mein­schaft beim See­trans­port im hel­le­nis­ti­schen und spä­ter römi­schen Rechts­kreis. Nach die­ser Rege­lung muss­ten Schä­den durch Über-Bord-Wer­­fen von Waren in See­not von allen Betei­lig­ten gemein­sam getra­gen wer­den (Hava­rie)

130 n.Chr.

  • Ältes­te voll­stän­dig erhal­te­ne Sat­zung einer römi­schen Ster­be­kas­se aus Lanu­vi­um bei Rom. Der­ar­ti­ge Ein­rich­tun­gen waren als soge­nann­te Ver­ei­ni­gun­gen von Leu­ten ein­fa­chen Stan­des (col­le­gia tenuio­rum) in den unte­ren Bevöl­ke­rungs­schich­ten und beim Mili­tär ver­brei­tet.

500

  • Zusam­men­schlüs­se jüdi­scher Eigen­tü­mer von Schif­fen und Eseln zu gemein­schaft­li­cher Natu­ral­er­satz­leis­tung beim Ver­lust eines Schif­fes oder Tie­res.

779

  • Kapi­tu­la­re (Gesetz) Karl des Gro­ßen, das die Ver­brei­tung von Gil­den in karo­lin­gi­scher Zeit mit der Auf­ga­be gegen­sei­ti­ger Hil­fe­leis­tung durch Geld­zah­lung bei Brand- und Schiffs­un­glü­cken bezeugt.

1150

  • Die seit der zwei­ten Hälf­te des 12. Jahr­hun­derts in Deutsch­land nach­weis­ba­ren Zünf­te (fach­ge­nos­sen­schaft­li­che Ver­ei­ni­gun­gen der Hand­wer­ker und ande­rer Beru­fe) unter­stütz­ten die Mit­glie­der in Not­fäl­len, wie Krank­heit, Inva­li­di­tät und Alter, im Todes­fall auch Wit­wen und Wai­sen. Spä­ter ent­stan­den eige­ne Gesel­len­bru­der­schaf­ten mit ähn­li­chen Leis­tun­gen. Da die auf­ge­brach­ten Bei­trä­ge in den Laden ver­wahrt wur­den, dien­te die­ser Begriff spä­ter auch zur Bezeich­nung der aus­ge­glie­der­ten Ver­sor­gungs­ein­rich­tung (Toten‑, Kran­­ken- und Wit­wen­la­den bzw. ‑Kas­sen).

1308

  • Ältes­ter über­lie­fer­ter Leib­ren­ten­ver­trag zwi­schen dem Abt von St. Denis und dem Erz­bi­schof von Bre­men. Der Leib­ren­ten­kauf ermög­lich­te als Vor­läu­fer der Lebens­ver­si­che­rung eine Alters­ver­sor­gung. Gegen Kapi­tal oder Land gewähr­ten Klös­ter und Städ­te lebens­läng­li­che Ren­ten. Spä­ter über­nah­men spe­zi­el­le Leib­ren­ten­ban­ken die­se Auf­ga­be.

1347

  • Ers­ter erhal­te­ner See­ver­si­che­rungs­ver­trag aus Genua, der noch in der Form des Kau­fes gehal­ten war. Im Fal­le des Ver­lus­tes von Schiff oder Ware war der ver­ein­bar­te fik­ti­ve Kauf­preis zu ent­rich­ten.

1370

  • Ers­ter Rück­ver­si­che­rungs­ver­trag der Welt aus Genua, der dem Asse­ku­ra­deur Leis­tun­gen bei Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­fal­les ver­spricht.

1384

  • Ältes­ter ech­ter See­ver­si­che­rungs­ver­trag aus Pisa, der den Anfang der moder­nen Ver­si­che­rung auf kauf­män­ni­scher Grund­la­ge dar­stellt, weil er bereits die Vor­aus­zah­lung des Ent­gel­tes für den Ver­si­che­rungs­schutz in bestimm­ter Höhe (Prä­mie) kennt. Ent­ste­hung der kauf­män­ni­schen Ver­si­che­rung auf­grund der Bedürf­nis­se des neu­zeit­li­chen Han­dels­ver­kehrs in den nord­ita­lie­ni­schen See­städ­ten. Auf­kom­men der Begrif­fe “Asse­ku­ranz” (Ver­si­che­rung) und “Poli­ce” (Ver­si­che­rungs­schein). Von Ita­li­en gelang­te die Ver­si­che­rung über die Ibe­ri­sche Halb­in­sel, Frank­reich, Eng­land und die Nie­der­lan­de nach Deutsch­land.

1512

  • Ältes­te urkund­li­che Nach­richt über eine in Eng­land (Lon­don) abge­schlos­se­ne See­ver­si­che­rung.

1537

  • Sta­tu­ten der Süd­er­au­er­dor­fer Bau­ern­be­lie­bung, der ältes­ten der in Schles­­wig-Hol­stein ver­brei­te­ten Brand­gil­den. Ursprung der deut­schen Feu­er­ver­si­che­rung auf Gegen­sei­tig­keit. Die Bran­d­­gil­­de-Sat­­zun­­­gen ent­hal­ten eine umfas­sen­de Rege­lung der Bezie­hun­gen zwi­schen der Gil­de und ihren Mit­glie­dern. Seit dem Beginn des 17. Jahr­hun­derts ent­wi­ckeln sich ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen in den Weich­sel­nie­de­run­gen und Ost­preu­ßen. Im süd­deut­schen Raum sind ent­spre­chen­de Insti­tu­tio­nen nicht über­lie­fert.

1552

  • Ver­öf­fent­li­chung des in latei­ni­scher Spra­che abge­fass­ten “Trac­ta­tus de Ass­e­cu­ra­tio­ni­bus” als ers­te selb­stän­di­ge ver­si­che­rungs­recht­li­che Abhand­lung durch den por­tu­gie­si­schen Juris­ten Pedro de San­t­a­rém in Vene­dig.

1588

  • Ältes­ter erhal­te­ner in Ham­burg abge­schlos­se­ner See­ver­si­che­rungs­ver­trag. Ham­burg wird zum Aus­gangs­ort für die Ver­brei­tung der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft in Deutsch­land.

1591

  • Ers­ter Ham­bur­ger Feu­er­kon­trakt als Ver­ein­ba­rung von Haus­ei­gen­tü­mern zur gegen­sei­ti­gen Siche­rung des Wie­der­auf­baus ihrer Gebäu­de im Brand­fal­le.

1654

  • Ent­de­ckung der Wahr­schein­lich­keits­rech­nung durch die fran­zö­si­schen Mathe­ma­ti­ker Blai­se Pas­cal und Pierre de Fer­mat bei Glück­s­­spiel-Berech­­nun­­­gen. Als Mit­tel, den Zufall mess­bar zu machen, bil­det sie die Vor­aus­set­zung für die Ent­ste­hung der moder­nen Lebens­ver­si­che­rung.

1666

  • Gro­ßer Brand in Lon­don, der über 13 000 Gebäu­de ver­nich­tet und den Gedan­ken der Feu­er­ver­si­che­rung för­dert.

1676

  • Errich­tung der Ham­bur­ger Feu­er­kas­se durch Ver­ei­ni­gung der in der Stadt bestehen­den Feu­er­kon­trak­te. Sie bil­det den Anfang der öffen­t­­lich-rech­t­­li­chen Ver­si­che­rung und ist das ältes­te heu­te noch bestehen­de Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men der Welt.

1678

  • Vor­schlag des Phi­lo­so­phen und Uni­ver­sal­ge­lehr­ten Gott­fried Wil­helm Leib­niz zur Schaf­fung von Asse­­ku­ra­­ti­ons-Kas­­sen gegen alle Zufäl­le des Lebens. In einer Denk­schrift von 1680 for­dert er die Ein­rich­tung von Ver­si­che­rungs­an­stal­ten in Deutsch­land nach dem Vor­bild der Ham­bur­ger Feu­er­kas­se.

1680

  • Grün­dung des Fire Office in Lon­don zur Ver­si­che­rung von Gebäu­den auf kauf­män­ni­scher Grund­la­ge als Zusam­men­schluss von Ein­zel­ver­si­che­rern mit fes­ten Prä­mi­en­sät­zen.

1681

  • Errich­tung der ers­ten Ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft in Vene­dig: Über­gang vom Ein­zel­ver­si­che­rer zur Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft moder­ner Prä­gung mit dem zuneh­men­den Kapi­tal­be­dürf­nis zum Betrieb des Ver­si­che­rungs­ge­schäfts.

1689

  • Schaf­fung der ers­ten Ton­ti­ne in Frank­reich. Es han­del­te sich um eine nach ihrem Schöp­fer, dem Nea­po­li­ta­ner Loren­zo Ton­ti, benann­te Staats­an­lei­he, deren Wesen dar­in bestand, dass inner­halb der nach dem Lebens­al­ter gebil­de­ten Grup­pen von dar­le­hens­ge­ben­den Leib­ren­ten­emp­fän­gern eine Ver­er­bung der Ren­ten der Abster­ben­den an die Über­le­ben­den statt­fand.

1693

  • Auf­stel­lung der ers­ten für die Lebens­ver­si­che­rung brauch­ba­ren Ster­be­ta­feln durch den eng­li­schen Astro­no­men Edmond Hal­ley. Das sta­tis­ti­sche Mate­ri­al hier­für hat­te der Bres­lau­er Pfar­rer Cas­par Neu­mann gelie­fert.

1700

  • Seit dem Ende des 17. Jahr­hun­derts Treff­punkt von Kauf­leu­ten im Kaf­fee­haus des Edward Lloyd in Lon­don. Bei die­ser Gele­gen­heit wer­den auch regel­mä­ßig See­ver­si­che­run­gen abge­schlos­sen. Publi­ka­ti­on von Lloyd’s News mit Nach­rich­ten über Schiffs­be­we­gun­gen. Die Zusam­men­künf­te erwei­ter­ten sich zu “Lloyd’s”, einer Kor­po­ra­ti­on von Ein­zel­ver­si­che­rern, die sich zu einem der bedeu­tends­ten Ver­si­che­rungs­zen­tren der Welt ent­wi­ckelt.

1700–1799

  • Wäh­rend des 18. Jahr­hun­derts Ent­ste­hung einer Viel­zahl von Sterbe‑, Witwen‑, Kran­­ken- und Hei­rats­kas­sen, deren Tätig­keits­be­reich auf einen berufs­stän­disch oder regio­nal abge­grenz­ten Per­so­nen­kreis beschränkt war. Sie schei­ter­ten meis­tens am Feh­len mathe­ma­ti­scher Vor­aus­set­zun­gen, gaben der wei­te­ren Ent­wick­lung aber wesent­li­che Impul­se.

1710

  • Grün­dung des Sun Fire Office als ältes­te eng­li­sche Feu­er­­ver­­­si­che­­rungs-Akti­en­­ge­­sel­l­­schaft. Auf­bau eige­ner Feu­er­weh­ren zum Schut­ze der bei der Gesell­schaft ver­si­cher­ten Gebäu­de.

1713

  • Ver­öf­fent­li­chung des Haupt­wer­kes von Jakob Ber­noul­li, das die For­mu­lie­rung des soge­nann­ten Geset­zes der gro­ßen Zahl ent­hält. Es besagt, dass bei sta­tis­ti­schen­Mas­sen­be­ob­ach­tun­gen Zufäl­lig­kei­ten eine um so gerin­ge­re Rol­le spie­len, je grö­ßer die beob­ach­te­te Mas­se ist.

1718

  • König Fried­rich Wil­helm I. von Preu­ßen errich­tet in Ber­lin die ers­te lan­des­recht­li­che Feu­er­so­zie­tät von Bestand. Ihrem Bei­spiel schlie­ßen sich wäh­rend des 18. Jahr­hun­derts wei­te­re öffen­t­­lich-rech­t­­li­che Brand­ver­si­che­rungs­an­stal­ten in allen deut­schen Staa­ten an, wobei die Aus­brei­tung von Nor­den nach Süden erfolgt.

1722

  • Schrift Paul Jakob Mar­per­gers gegen das Bran­d­­be­t­­tel-Unwe­­sen. Das Bet­teln­Brand­ge­schä­dig­ter um mil­de Gaben war bis in die Neu­zeit hin­ein ver­brei­tet; eine von der­Be­hör­de oder Geist­lich­keit über den Brand­scha­den aus­ge­stell­te Urkun­de berech­tig­te den­Ab­ge­brann­ten zum Sam­meln. Mit der Schaf­fung öffen­t­­lich-rech­t­­li­cher Feu­er-Ver­­­si­che­­rungs­­an­stal­­ten wur­de der Brand­bet­tel ver­bo­ten.

1731

  • Ers­tes deut­sches See­ver­si­che­rungs­ge­setz in Gestalt der Ham­bur­ger Asse­­ku­ranz- und Have­­rie-Ord­­nung, die in wei­ten Tei­len Euro­pas Gel­tung hat­te.

1752

  • Grün­dung der ers­ten ame­ri­ka­ni­schen Feu­er­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft in Phil­adel­phia unter nam­haf­ter Mit­wir­kung Ben­ja­min Fran­klins nach dem Prin­zip der Gegen­sei­tig­keit.

1762

  • Errich­tung der Equi­ta­ble in Lon­don durch James Dod­son als ers­ter auf mathe­­ma­­tisch-sta­­tis­­ti­­scher Grund­la­ge betrie­be­ner Lebens­­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft.

1765

  • Grün­dung der ers­ten deut­schen Ver­­­si­che­­rungs-Akti­en­­ge­­sel­l­­schaf­­ten zum Betrieb der Tran­s­­port- und Mobi­­li­ar-Feu­er­­ver­­­si­che­­rung in Ham­burg und Ber­lin.

1778

  • Grün­dung der Ham­bur­gi­schen All­ge­mei­nen Ver­­­sor­­gungs-Anstalt als Lebens­­­ver­­­si­che­­rungs-unter­­neh­­men auf ver­si­che­rungs­tech­ni­scher Grund­la­ge durch Johann Georg Büsch. Von ihm stam­men auch wert­vol­le theo­re­ti­sche Schrif­ten über das Ver­si­che­rungs­we­sen.

1786

  • Auf­nah­me und bal­di­ge Aus­brei­tung der Geschäfts­tä­tig­keit aus­län­di­scher, ins­be­son­de­re eng­li­scher und fran­zö­si­scher Ver­si­che­rer in Deutsch­land.

1794

  • Inkraft­tre­ten des Preu­ßi­schen All­ge­mei­nen Land­rechts mit der ers­ten gesetz­li­chen Gesamt­re­ge­lung des Ver­si­che­rungs­rechts.

1797

  • Ent­ste­hung der ers­ten deut­schen Hagel­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft in Meck­len­burg. Ältes­tes heu­te noch bestehen­des pri­va­tes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in Deutsch­land.

1797

  • Kon­sti­tu­ie­rung des Ver­eins Ham­bur­ger Asse­ku­ra­deu­re.

1806

  • Grün­dung der ers­ten deut­schen Lebens­­­ver­­­si­che­­rungs-Akti­en­­ge­­sel­l­­schaft in Ham­burg durch Wil­helm Ben­ecke, den Ver­fas­ser einer ver­si­che­rungs­wis­sen­schaft­li­chen Gesamt­dar­stel­lung.

1812

  • Errich­tung der Ber­li­ni­schen Feu­er-Ver­­­si­che­­rungs-Anstalt als Ver­­­si­che­­rungs-Akti­en­­ge­­sel­l­­schaft. Mit dem im Zuge der erstar­ken­den Wirt­schaft wach­sen­den Ver­si­che­rungs­be­dürf­nis folg­ten wei­te­re der­ar­ti­ge Grün­dun­gen in allen Tei­len Deutsch­lands.

1820

  • Ernst Wil­helm Arnol­di ver­wirk­licht mit der Grün­dung der Gotha­er Feu­er­ver­si­che­rungs­bank (Feu­er-ver­­­si­che­­rungs­­­bank des Deut­schen Han­dels­stan­des) und der Gotha­er Lebens­­­ver­­­si­che­­rungs-bank (1827) erst­mals den Typus des moder­nen gro­ßen Ver­si­che­rungs­ver­eins auf Gegen­sei­tig­keit in Deutsch­land. Vor­bild für ähn­li­che Ein­rich­tun­gen in ande­ren Län­dern, ins­be­son­de­re Japan.

1829

  • Abschluss des ers­ten nach­weis­ba­ren deut­schen Rück­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges.

1833

  • Begrün­dung der Ren­ten­ver­si­che­rung auf kauf­män­ni­scher Grund­la­ge in Deutsch­land nach öster­rei­chi­schen Vor­bil­dern.

1842

  • Gro­ßer Brand in Ham­burg, der fast die gan­ze Stadt ver­nich­tet. Erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Ein­fluss auf die wei­te­re Aus­ge­stal­tung der Rück­ver­si­che­rung.

1846

  • Errich­tung der ältes­ten pro­fes­sio­nel­len Rück­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft der Welt durch rhei­ni­sche Wir­t­­schafts- und Finanz­krei­se in Köln.
  • Ernst Albert Masi­us gibt in Leip­zig das ers­te deut­sche Ver­si­che­rungs­fach­buch “Leh­re der Ver­si­che­rung” her­aus.

1848

  • Ein­rich­tung des Insti­tu­te of Actua­ries in Lon­don zur För­de­rung aller mit dem Stand des Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­kers zusam­men­hän­gen­den Fra­gen.

1851

  • Erschei­nen der von Ernst Albert Masi­us begrün­de­ten Rund­schau der Ver­si­che­run­gen als ers­te und deut­sche Ver­si­che­rungs­fach­zeit­schrift.

1853

  • Ein­füh­rung der Eisen­­­bahn-Unfal­l­­ver­­­si­che­­rung in Deutsch­land, die Eisen­­­bahn-Pas­­sa­­gie­­ren eine spe­zi­el­le Deckung gewähr­te.

1855

  • Ers­te staat­li­che Fach­auf­sicht über Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in Massachusetts/USA auf Betrei­ben Eli­zur Wrights.

1859

  • Auf­kom­men der Maschi­nen­ver­si­che­rung in Eng­land im Zusam­men­hang mit der Über­wa­chung von Dampf­kes­seln.

1863

  • Ver­öf­fent­li­chung des Haupt­wer­kes von August Zill­mer mit Dar­le­gung der nach sei­nem Namen benann­ten mathe­ma­ti­schen Metho­de des soge­nann­ten Zill­merns.

1864

  • Auf­nah­me der Glas­ver­si­che­rung durch eine Spe­zi­al­ge­sell­schaft in Deutsch­land.

1866

  • Ein­füh­rung der kapi­tal­bil­den­den Lebens­ver­si­che­rung.

1871

  • Reichs­haft­pflicht­ge­setz mit einer Gefähr­dungs­haf­tung der Unter­neh­mer bestimm­ter Indus­trie­zwei­ge für Arbeits­un­fäl­le auf­grund der infol­ge der zuneh­men­den Tech­ni­sie­rung der Betrie­be gestie­ge­nen Unfall­ge­fah­ren. Schaf­fung einer Kol­­le­k­­tiv-Unfal­l­­ver­­­si­che­­rung für Arbeit­neh­mer.

1871

  • Bil­dung des Ver­ban­des Deut­scher Pri­­vat-Feu­er­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaf­­ten.

1874

  • Grün­dung des Inter­na­tio­na­len Tran­s­­port-Ver­­­si­che­­rungs-Ver­­­ban­­des in Ber­lin.

1874

  • Schaf­fung ein­heit­li­cher All­ge­mei­ner Feu­er­ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen in Deutsch­land.

1875

  • Begrün­dung der moder­nen Haft­pflicht­ver­si­che­rung durch Carl Gott­lob Molt.

1880

  • Errich­tung der Mün­che­ner Rück­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft durch Carl Thie­me.  Inter­na­tio­na­li­sie­rung der Rück­ver­si­che­rung.

1880

  • Auf­nah­me der Volks- und Arbei­ter­ver­si­che­rung gegen nied­ri­ge Wochen- oder Monats­bei­trä­ge auf pri­vat­wirt­schaft­li­cher Grund­la­ge nach angel­säch­si­schem Vor­bild.

1881

  • Kai­ser­li­che Bot­schaft, in deren Aus­füh­rung die sozia­le Kranken‑, Unfall- und Inva­­li­­den-Ver­­­si­che­­rung in Kraft getre­ten ist.

1886

  • Ein­füh­rung der Lei­tungs­was­ser­ver­si­che­rung durch den Frank­fur­ter Ver­si­che­rungs­di­rek­tor Rudolf Her­mann Klee­berg.

1891

  • Das preu­ßi­sche Ein­kom­men­steu­er­ge­setz erkennt erst­mals Lebens­ver­si­che­rungs­prä­mi­en als abzugs­fä­hi­ge Son­der­aus­ga­ben an und stellt damit die Indi­vi­du­al­ver­si­che­rung steu­er­lich der staat­li­chen Ver­sor­gung und Sozi­al­ver­si­che­rung gleich.

1895

  • Auf­nah­me der Ein­bruch­dieb­stahl­ver­si­che­rung in Deutsch­land.
  • Ein­rich­tung des ers­ten ver­si­che­rungs­wis­sen­schaft­li­chen Semi­nars an der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen durch Vik­tor Ehren­berg und Wil­helm Lexis.

1897

  • Ers­te Ver­wen­dung der Schreib­ma­schi­ne in einem deut­schen Ver­si­che­rungs­be­trieb.

1898

  • Ein­füh­rung der Kre­dit­ver­si­che­rung in Deutsch­land.

1898

  • Auf­nah­me der Sturm­ver­si­che­rung in Deutsch­land nach schwe­ren Unwet­tern im Rhein­land.
  • Beginn einer Karam­­bo­la­­ge-Ver­­­si­che­­rung für die Fäl­le des Zusam­men­sto­ßes mit ande­ren Kraft­fahr­zeu­gen.

1899

  • Grün­dung des Deut­schen Ver­eins für Ver­­­si­che­­rungs-Wis­­sen­­schaft in Ber­lin.

1900

  • Anfän­ge der Maschi­nen­ver­si­che­rung in Deutsch­land.

1901

  • Gesetz über die Beauf­sich­ti­gung der pri­va­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mun­gen.
  • Schaf­fung des Reichs­auf­sichts­am­tes für Pri­vat­ver­si­che­rung in Ber­lin.

1902

  • Auf­nah­me der Auto­­mo­­bil-Haf­t­pflich­t­­ver­­­si­che­­rung in Deutsch­land.

1906

  • Erd­be­ben in San Fran­cis­co. Aus­wir­kun­gen auf die gesam­te inter­na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­wirt­schaft.
  • Emp­feh­lung des Deut­schen Han­d­­werks- und Gewer­be­kam­mer­ta­ges zur Errich­tung von Kran­­ken- und Unter­stüt­zungs­kas­sen. Ent­ste­hung von Unter­neh­men der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung.

1907

  • Ein­füh­rung der Rei­se­ge­päck­ver­si­che­rung durch eine Spe­zi­al­ge­sell­schaft in Buda­pest.
  • Mono­pol­ver­trag mit der unga­ri­schen Staats­bahn.

1908

  • Rege­lung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges in der Schweiz und Deutsch­land durch beson­de­re Geset­ze (VVG).

1909

  • Begrün­dung einer Gefähr­dungs­haf­tung für Kraft­fahr­zeug­hal­ter in Deutsch­land durch das Gesetz über den Ver­kehr mit Kraft­fahr­zeu­gen.

1911

  • Ver­ei­ni­gung der deut­schen Pri­vat­ver­si­che­rung als ers­te umfas­sen­de Orga­ni­sa­ti­on der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft Deutsch­lands.

1911

  • Reichs­ver­si­che­rungs­ord­nung als gemein­sa­me Reichs­quel­le der bis dahin bestehen­den Sozi­al­ver­si­che­rungs­zwei­ge.

1912

  • Unter­gang des als unsink­bar gel­ten­den Oze­an­damp­fers Tita­nic, der erheb­li­che Scha­den­zah­lun­gen der inter­na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­wirt­schaft aus­löst.

1913

  • Grün­dung der ers­ten deut­schen Kran­­ken­­ver­­­si­che­­rungs-Akti­en­­ge­­sel­l­­schaft in Köln.

1917

  • Errich­tung der ers­ten deut­schen Spe­zi­al­ge­sell­schaft zum Betrieb der Kre­dit­ver­si­che­rung.

1921

  • Luft­pool zum gemein­sa­men Betrieb der Luft­fahrt­ver­si­che­rung in Deutsch­land.

1922

  • Gesetz­li­che Sta­tu­ie­rung der Ver­si­che­rungsteu­er in Deutsch­land.

1923

  • Höhe­punkt der Infla­ti­on mit erheb­li­chen Fol­gen für die deut­sche Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Zahl­rei­che Fusio­nen anleh­nungs­be­dürf­ti­ger Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men. Auf­schwung der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung wegen der Ver­ar­mung wei­ter Bevöl­ke­rungs­schich­ten. Schaf­fung von Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen für freie Beru­fe.

1925

  • Erst­ma­li­ge Ver­wen­dung von Loch­­kar­­ten-Maschi­­nen in einem deut­schen Ver­si­che­rungs­be­trieb.

1926

  • Auf­nah­me der Mon­­ta­­ge- und Maschi­­nen-Garan­­tie­­ver­­­si­che­­rung sowie der Schwach­strom­ver­si­che­rung unter Mit­wir­kung der Elek­tro­ge­rä­te­indus­trie.

1928

  • Errich­tung der ers­ten deut­schen Spe­zi­al­ge­sell­schaft zum Betrieb der Rechts­schutz­ver­si­che­rung.

1934

  • Ent­wick­lung der Bau­we­sen­ver­si­che­rung in enger Füh­lungs­nah­me mit der Bau­wirt­schaft.

1939

  • Ein­füh­rung der gesetz­li­chen Ver­si­che­rungs­pflicht für Kraft­fahr­zeug­hal­ter in Deutsch­land. Wei­te­re Tat­be­stän­de einer Ver­pflich­tung zum Abschluss von Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen im Inter­es­se des Geschä­dig­ten fol­gen.

1945

  • Ver­bot der Wei­ter­ar­beit sämt­li­cher in der Sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne Deutsch­lands täti­gen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men durch Befehl Nr. 01 der Sowje­ti­schen Mili­­tär-Admi­­nis­­tra­­ti­on; an ihre Stel­le tre­ten staat­li­che Ver­si­che­rungs­an­stal­ten. Im Zusam­men­hang mit die­sen Ver­staat­li­chungs­maß­nah­men nach und nach Haupt­sitz­ver­le­gung der frü­her dort ansäs­si­gen pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten in die west­li­chen Besat­zungs­zo­nen. Das alli­ier­te Kon­troll­rats­ge­setz Nr. 47 unter­sagt der deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft jede Aus­lands­tä­tig­keit (auf­ge­ho­ben 1950).

1948

  • Wäh­rungs­re­form. Zutei­lung von Aus­gleichs­for­de­run­gen an die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.
  • Kon­sti­tu­ie­rung des Gesamt­ver­ban­des der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft e.V. mit Sitz in Köln.

1949

  • Ursprung des Berufs­bil­dungs­werks der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft.

1952

  • Errich­tung des Bun­des­auf­sichts­am­tes für das Ver­­­si­che­­rungs- und Bau­spar­we­sen in Ber­lin.

1953

  • Erst­ma­li­ger Ein­satz von Dik­tier­ge­rä­ten und elek­tri­schen Schreib­ma­schi­nen in deut­schen Ver­si­che­rungs­be­trie­ben.

1954

  • Beginn der Auto­ma­ti­on in der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft durch Ein­füh­rung elek­tro­ni­scher daten­ver­ar­bei­ten­der Maschi­nen (EDV) in den USA.

1956

  • Auf­stel­lung des ers­ten Com­pu­ters in einem deut­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.

1957

  • Kon­sti­tu­ie­rung der Deut­schen Kern­­re­ak­­tor-Ver­­­si­che­­rungs­­­ge­­mein­­schaft.
  • Reform der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung durch Schaf­fung der soge­nann­ten dyna­mi­schen Ren­te (Sozi­al­re­form).
  • Bil­dung der Euro­päi­schen Wirt­schafts­ge­mein­schaft mit dem Ziel der Nie­­der­las­­sungs- und Dienst­leis­tungs­frei­heit für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.

1960

  • Grün­dung der Inter­na­tio­na­len Ver­ei­ni­gung für Ver­si­che­rungs­recht (AIDA).

1965

  • Wir­bel­sturm Bet­sy in den USA mit Sach­ver­si­che­rungs­leis­tun­gen von erst­mals über 1 Mrd. $.
  • Schaf­fung eines unmit­tel­ba­ren Anspruchs des Geschä­dig­ten gegen den Kraft­fahrt­ver­si­che­rer auf­grund der Straß­bur­ger Kon­ven­tio­nen.

1966

  • Auf­stel­lung von Mus­ter­be­din­gun­gen für die Kran­k­heits­­­kos­­ten- und Kran­ken­haus­ta­ge­geld­ver­si­che­rung.

1969

  • Zulas­sung der fonds­ge­bun­de­nen Lebens­ver­si­che­rung auf der Basis von Invest­ment­an­tei­len.

1975

  • Beginn der Kodi­fi­ka­tio­nen des gesam­ten Sozi­al­rechts im Sozi­al­ge­setz­buch.

1984

  • Mün­che­ner Hagel­schlag mit Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen in Höhe von 750 Mio. €.

1990

  • Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands. Freie Markt­wirt­schaft für die Asse­ku­ranz seit der Wir­t­­schafts- und Wäh­rungs­uni­on. Öff­nung nach Osten.
  • Win­ter­stür­me in West­eu­ro­pa.

1992

  • Hur­ri­kan Andrew in den USA als bis­her größ­ter Ver­si­che­rungs­scha­den.

1994

  • Gesetz­li­che Ver­wirk­li­chung des euro­päi­schen Bin­nen­mark­tes für die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft in Deutsch­land. Weit­ge­hen­de Dere­gu­lie­rung.
  • Beginn einer erheb­li­chen Kon­zen­tra­ti­ons­wel­le in Deutsch­land und an den inter­na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­märk­ten (Glo­ba­li­sie­rung). Reform­be­darf im Sys­tem der sozia­len Siche­rung.

2000

  • Ein­tra­gung des Ver­eins Gotha­er Haus der Ver­si­che­rungs­ge­schich­te im Ver­eins­re­gis­ter Gotha.

2009

  • Eröff­nung des Deut­schen Ver­si­che­rungs­mu­se­ums Ernst Wil­helm Arnol­di
  • Grün­dung und Ein­tra­gung des För­der­ver­eins „Deut­sches Ver­si­che­rungs­mu­se­um Ernst Wil­heilm Arnol­di“ e. V. in Gotha

© Prof. Dr. Peter Koch, Aachen (2009)

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