(abge­druckt in: Rund­schau der Ver­si­che­run­gen, hrsg. von E.A. Masi­us, XII. Jahr­gang, Leip­zig 1862)

Ernst Albert Masius (1797 — 1865)

  • 1797, 29. Mai Geburt in Köthen als vier­tes Kind des Juris­ten und Hof­ra­tes Masi­us, kei­ne Schul­bil­dung wegen des frü­hen Todes der Eltern
  • 1809 Auf­nah­me mit 12 Jah­ren in das Haus des Onkels Ober­pfar­rer Bob­be in Oranienbaum
  • 1813 Kon­fir­ma­ti­on in Ora­ni­en­baum, Beginn einer kauf­män­ni­schen Leh­re in Sandersleben
  • 1818 Been­di­gung der Leh­re, als Dis­po­nent Lei­ter für das Engros­ge­schäft bei C.A.W. Schild in Fran­ken­hau­sen, der auch die Ver­tre­tung der Lon­do­ner „Phö­nix“ Feu­er­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaft hat­te. Über­nah­me aller Ver­si­che­rungs­ge­schäf­te als Auto­di­dakt durch Masi­us in den zuge­wie­se­nen deut­schen Pro­vin­zen unter der kon­ti­nen­ta­len Direk­ti­on in Ham­burg (Han­bu­ry & Comp.). Län­ge­rer Auf­ent­halt in einem Han­dels­haus in Eilenburg
  • 1821 Grün­dung eines eige­nen Han­dels­ge­schäf­tes in Weißensee/Thüringen, Über­nah­me einer Agen­tur der Leip­zi­ger Feuerversicherungsanstalt
  • 1822 zusätz­lich Gene­ral­agen­tur der Ber­li­ner Hage­las­­se­­ku­ranz-Gesel­l­­schaft und deren Depu­tier­ter bei vor­kom­men­den Hagelschädenabschätzungen
  • 1827 Anwer­ben von Sub­skri­ben­ten für die neu ent­stan­de­ne Gotha­er Lebensversicherungsbank
  • 1829 Gene­ral­agent der Ber­li­ner Hage­las­se­ku­ranz für das König­reich Sach­sen mit Sitz in Leipzig
  • 1830 Die Ber­li­ner Hage­las­se­ku­ranz löst sich auf
  • 1831 Grün­dung der Neu­en Ber­li­ner Hagelassekuranz-Gesellschaft
  • 1832 Grün­dung einer Vieh­ver­si­che­rungs­an­stalt durch Masius
  • 1836 Unter­stüt­zung beim Auf­bau einer „Deut­schen Feu­er­ver­si­che­rungs­bank für Land­ge­mein­den“, da die Gotha­er Feu­er­ver­si­che­rungs­bank nur städ­ti­sche und gro­ße land­wirt­schaft­li­che Risi­ken annahm
  • 1839 Kon­zes­si­on für die „Brand­ver­si­che­rungs­bank für Deutsch­land“ durch die König­lich Säch­si­sche Staats­re­gie­rung, Masi­us ist Mit­glied des Direktoriums
  • 1843 Aus­tritt aus dem Direk­to­ri­um der Brandversicherungsbank
  • 1846 ers­tes Buch von Masi­us „Leh­re der Ver­si­che­rung und sta­tis­ti­sche Nach­wei­sung aller Ver­si­che­rungs­an­stal­ten in Deutsch­land nebst Hin­wei­sung auf den hohen Ein­fluß die­ser Insti­tu­te auf Natio­nal­wohl­stand und die Geset­ze dar­über in den deut­schen Staa­ten.“ Fest’sche Buch­hand­lung, Leipzig
  • 1846 Her­aus­ga­be der Wochen­schrift „All­ge­mei­ne Ver­­­si­che­­rungs-Zei­­tung“, Ver­lag Juli­us Gros­se, Leip­zig (ein­ge­stellt 1850)
  • 1847 Masi­us „Hand­buch für Ver­­­si­che­­rungs-Agen­­ten oder sol­che, wel­che es erst wer­den wol­len, nebst einer Anlei­tung zu einer zweck­mä­ßi­gen ver­ein­fach­ten dop­pel­ten Buch­hal­tung“. Leipzig
  • 1851 Masi­us „Rund­schau der Ver­si­che­run­gen“, Leipzig
  • 1857 Masi­us „Sys­te­ma­ti­sche Dar­stel­lung des gesam­ten Ver­si­che­rungs­we­sens. Hand­buch für höhe­re Unter­richts­an­stal­ten, Han­­dels- und Real­schu­len und ange­hen­de Ver­si­che­rungs­be­am­te“. Leip­zig (Zusam­men­fas­sung sei­ner in Leip­zig gehal­te­nen öffent­li­chen Vorträge)
  • 1862 zu sei­nem 65. Geburts­tag erschien von Otto Fie­big die „Bio­gra­phie zu vor­ste­hen­dem Bil­de des Dr. E. A. Masi­us“ in der Rund­schau der Ver­si­che­run­gen, Jg. 12, 1862
  • 1865, 13. Juni Masi­us stirbt in Leipzig

Masi­us gilt als Schöp­fer der fol­gen­den neu­en Ver­si­che­rungs­ar­ten: Vieh­ver­si­che­rung, Ver­si­che­rung von Pas­sa­gie­ren auf Eisen­bah­nen, Hypothekenversicherung.

Er war mit­be­tei­ligt an der Grün­dung von drei Lebens­­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaf­­ten, zwei Feu­er­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaf­­ten, zwei Hagel­­ver­­­si­che­­rungs-Gesel­l­­schaf­­ten, zwei Viehversicherungs-Gesellschaften.

Er wur­de ernannt zum Ehren­mit­glied des 1848 gegrün­de­ten Lon­do­ner „Insti­tu­te of Aktua­ries“ (Aktu­ar in der Bedeu­tung von Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­ker mit umfas­sen­der Kennt­nis des Ver­si­che­rungs­we­sens, oder auch als Lebens­ver­si­che­rungs­tech­ni­ker bezeich­net); er erhielt die Ehren­dok­tor­wür­de der phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Jena.

Lite­ra­tur:

Fie­big, O.: Bio­gra­phie zu vor­ste­hen­dem Bil­de des Dr. E. A. Masi­us. In: Rund­schau der Ver­si­che­run­gen 12, 1862, S. 1–7

Hütt­ner, F.: Dr. Ernst Albert Masi­us [Nach­ruf]. In: Rund­schau der Ver­si­che­run­gen 15, 1865, S. 261–266

Masi­us, E.A.: Leh­re der Ver­si­che­rung und sta­tis­ti­sche Nach­wei­sung aller Ver­si­che­rungs­an­stal­ten in Deutsch­land nebst Hin­wei­sung auf den hohen Ein­fluß die­ser Insti­tu­te auf Natio­nal­wohl­stand und die Geset­ze dar­über in den deut­schen Staa­ten. Leip­zig 1846

Masi­us, E.A.: Hand­buch für Ver­­­si­che­­rungs-Agen­­ten oder sol­che, wel­che es erst wer­den wol­len, nebst einer Anlei­tung zu einer zweck­mä­ßi­gen ver­ein­fach­ten dop­pel­ten Buch­hal­tung. Leip­zig 1847

Masi­us, E.A.: Sys­te­ma­ti­sche Dar­stel­lung des gesam­ten Ver­si­che­rungs­we­sens. Hand­buch für höhe­re Unter­richts­an­stal­ten, Han­­dels- und Real­schu­len und ange­hen­de Ver­si­che­rungs­be­am­te. Leip­zig 1857

Web­links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Aktuar_(Versicherungswirtschaft), auf­ge­ru­fen am 2.5.2016

© Horst Grö­ner (2016)

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