Gus­tav Hopf (1808 — 1872)

Gustav Hopf (1808 — 1872)

Gus­tav Hopf wur­de am 29. Mai 1808 in Ohr­d­ruf, in der Nähe von Gotha gebo­ren. Sei­ne Eltern waren ein­fa­che Leu­te und gleich­zei­tig Päch­ter des Hofes Hund­s­brunn. Sie erkann­ten schnell die außer­ge­wöhn­li­che Auf­fas­sungs­ga­be ihres Soh­nes, den sie von einem Haus­leh­rer unter­rich­ten lie­ßen, bevor sie ihn auf das Gym­na­si­um in Ohr­d­ruf bzw. Gotha zur wei­te­ren Aus­bil­dung schick­ten. Spä­ter stu­dier­te Hopf an der Uni­ver­si­tät in Göt­tin­gen Finanzwissenschaft.

Doch Gus­tav beschäf­tig­te sich auch mit Mathe­ma­tik, Che­mie und Phy­sik. Außer­dem beleg­te er die Fächer Bota­nik und Mine­ra­lo­gie. Als Stu­dent ver­fass­te er eine Aus­ar­bei­tung über Hygro­me­trie, für die er den zwei­ten Preis erhielt.

Nach bestan­de­nem Staats­examen fand er eine Anstel­lung bei der dama­li­gen Her­zog­lich Got­hai­schen Kam­mer, in deren Dienst er zuerst als „Acces­sist”, dann als „Rent­com­mis­sais” tätig war.

Hier lern­te er Ernst Wil­helm Arnol­di ken­nen, der ihn spä­ter zu einem Wech­sel zur Gotha­er Lebens­ver­si­che­rungs­bank bewegte.

Gus­tav Hopf war von 1863 bis 1872 der ers­te Direk­tor der Gotha­er Lebens­ver­si­che­rungs­bank für Deutsch­land in Gotha und damit der unmit­tel­ba­re Nach­fol­ger von Ernst Wil­helm Arnol­di in der Geschäftsführung.

Aus den Nie­der­schrif­ten der His­to­ri­ker geht her­vor, dass es gera­de Gus­tav Hopf ver­stand, in idea­ler Wei­se Theo­rie und Pra­xis zu ver­bin­den. Arwed Emming­haus schreibt über sei­nen Vorgänger:

„Nicht weni­ger als 37 Jah­re hat Gus­tav Hopf an der Spit­ze der Bank­ver­wal­tung gestan­den und wäh­rend die­ser Zeit sei­ne Lebens­auf­ga­be dar­in erblickt, die Bank, die­ses dem Men­schen­woh­le gewid­me­te Werk, immer voll­kom­men zu gestal­ten. Welch ein benei­dens­wert­hes Loos ist der rei­chen, rast­lo­sen Arbeit die­ses Man­nes zu Theil gewor­den!” [1]

Schon bald erkann­te Gus­tav Hopf, wie not­wen­dig und nütz­lich der Gedan­ken­aus­tausch mit „her­vor­ra­gen­den Fach­ge­nos­sen” war und knüpf­te zahl­rei­che Verbindungen.

Sein beson­de­res Inter­es­se galt Eng­land, wo die Lebens­ver­si­che­rung schon damals weit ent­wi­ckelt war. Sei­ne ers­ten per­sön­li­chen Kon­tak­te zu eng­li­schen Gelehr­ten resul­tie­ren aus einer Rei­se, die er um die Mit­te der vier­zi­ger Jah­re des vori­gen Jahr­hun­derts unter­nahm. Dort wur­den sei­ne Arbei­ten und sein Urteil hoch geschätzt.

Die sta­tis­ti­sche Gesell­schaft in Lon­don ernann­te Gus­tav Hopf 1864 zu einem aus­wär­ti­gen Mit­glied, das Insti­tu­te of Actua­ries mach­te Hopf zu sei­nem kor­re­spon­die­ren­den Mitglied.

Auch Fach­leu­te aus Frank­reich, Öster­reich und Bel­gi­en ver­trau­ten auf den Sach­ver­stand von Gus­tav Hopf.

In Deutsch­land hat­te ihn schon 1851 die König­li­che Aka­de­mie der gemein­nüt­zi­gen Wis­sen­schaf­ten in Erfurt zum kor­re­spon­die­ren­den Mit­glied ernannt. Mehr­fach wur­de Gus­tav Hopf von deut­schen Regie­run­gen um Rat und Gut­ach­ten gebeten.

Bei Emming­haus ist nach­zu­le­sen: „Eine viel­sei­ti­ge Tätig­keit hat Hopf auch in sei­nem enge­ren Vater­land, in Gotha selbst ent­fal­tet. Er war im Auf­sichts­rat der Gotha­er Pri­vat­bank, der Innungs­hal­le und Han­dels­schu­le, der Gesell­schaft für Was­ser­ver­sor­gung und ist außer­dem Begrün­der und För­de­rer ver­schie­de­ner wohl­tä­ti­ger und gemein­nüt­zi­ger Vereine.”

Gus­tav Hopf starb am 8. Okto­ber 1872 in Gotha.

Wei­ter­füh­ren­de Literatur

[1] Emming­haus, Arwed: Geschich­te der Lebens­ver­si­che­rungs­bank. Wei­mar 1877

[2] Hen­ne­berg, Dr. F.: Erin­ne­run­gen an Gus­tav Hopf. Gotha 1872

Menü